3 Länder Giro Nauders

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Die Saison geht weiter und ein Event jagt das andere. Endlich war mal wieder A-Team Zeit mit Alexander Malek und das beim Dreiländer Giro in Nauders, einem absoluten Highlight. Ich hatte mich schon lange auf die erste Alpenausfahrt in diesem Jahr gefreut. Jedoch sollte die Wettervorhersage diese Vorfreude etwas eintrüben, es sollte nämlich den ganzen Tag regnen und gewittern. Allerdings sah ich nicht ein, mir die Überquerung des Stilfser Jochs dadurch vermiesen zu lassen. "Ich will da rauf", schrieb ich Alex am Freitagabend und damit war klar: Wir fahren nach Österreich! Also ging es Samstgmorgen los in Richtung Nauders.

Als wir dort ankamen hatte es schwüle 30 Grad und hinter den Bergen sah man schon die ersten Wolkentürme. Nachdem wir das Zimmer bezogen hatten überzeugte Alex mich noch eine Runde zu rollen und so erkundeten wir die wunderschöne Umgebungund entdeckten einen tollen See. Abends noch schnell eine Pizza und ein Bier und dann der fast zwecklose Versuch im viel zu warmen Hotelzimmer etwas Schlaf zu finden. Schließlich ging um 5 Uhr schon wieder der Wecker los.

Als wir aufstanden regnete es schon in Strömen. Wir machtenuns langsam fertig, gingen zum Frühstück und rollten schließlich kurz vor halb sieben zum Start rüber. Die Startaufstellung war stark ausgedünnt, da knapp die hälfte der Fahrerinnen und Fahrer gar nicht erst an den Start gingen. Letztendlich waren es knapp über 800 Tapfere, die sich auf die 168 km begaben, von ihnen erreichten etwa 550 das Ziel.

Pünktlich um 6:30 ging es los, die Abfahrt vom Reschenpass war nach der kurzen Auffahrt schnell erreicht und schien mir aufgrund der extremen Bedingungen sehr risikoreich. Der Wind peitschte uns zwischen den Kurven von der Seite den Regen fast waagerecht ins Gesicht. Ich nahm angesichts der großen Gruppe, der extrem nassen Straße und des Windes hier etwas Tempo raus um unbeschadet den Einstieg zum Stilfser Joch zu erreichen. Währen wir dem Anstieg näher kamen, zuckten an den Hängen um uns herum immer wieder Blitze vom Himmel und Donner rollten durch das Tal.

Die Kletterei zur Passhöhe zieht über etwa 30 km und durch 48 Kehren, wir kurbelten uns Kurve um Kuvre durch Nebel und Regen bis wir schließlich die Passhöhe erblickten. Das Wasser floss in Bächen die Straße hinunter und es wurde langsam immer kälter. Waren es am Start noch angenehme 20 Grad, hatten wir oben noch ganze 3 Grad und leichte Schneeanteile im Regen. Die Abfahrt war dann extrem hart. Selten habe ich so gefroren und gezittert. Mein Körper verkrampfte sich und mein Rücken schmerzte, von meinen Händen möchte ich gar nicht erst erzählen. Dazu kam noch, dass die Bremsbeläge von Kurve zu Kurve sichtlich dahinschmolzen.

Aber irgendwie schaffte ich es den Umbrail Pass hinunter und konnte mich zum Ofenpass wieder etwas warm fahren. Es hörte sogar auf zu regnen und in der Abfahrt nach Zernez sah ich sogar mal die Sonne. Kurz vor der letzten Steigung erwischte mich noch ein Plattfuß, so dass ich leider die Gruppe mit der später zweitplatzierten Dame ziehen lassen musste. Ich zog einen neuen Schlauch ein, erklomm die Norbertshöhe und rollte dann locker ins Ziel, wo ich nach 6h 55min ankam. Auch Alex beendete die lange Runde, es gab auch eine kürzere Alternative, erfolgreich und vor allem sturzfrei.

Was für ein besonderes Erlebnis unter diesen extremen Bedingungen, es hat sich in jedem Fall gelohnt.

Alexander König

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