Geschrieben von KJ
"Auf hohem Niveau" - Gedanken nach einem ganz normalen Trainingsalttag
"Schwäärre Kost"- bevor Ihr den Bericht anfangt zu lesen, möchte ich euch etwas dazu sagen: Es gibt immer wieder einmal Momente im Sportlerleben, in denen gar nichts geht. Frust kommt auf, "das ganze bringt nichts", alles umsonst, komme nicht weiter etc.. Die Gedanken kreisen wie ein Strudel und der Sog zieht "einen" immer tiefer runter. Dann gibt es Momente, in denen ist man der King. Nichts kann "einen" erschüttern und alles ist gut. Wie sagte schon Peter Pan: "Ein glücklicher Gedanke und du kannst fliegen." So einen Gedanken hatte ich, als ich von dem Training nach Hause fuhr. Ich konnte schwimmen, ehhh fliegen,neee auch nicht, ach was, lest selbst:
Mittlerweile ist es 21:00 Uhr, ich sitze in der S-Bahn und fahre vom Training nach Hause. Müde, abgespannt, kann meine Arme kaum schmerzfrei bewegen, die Augen brennen, die Bauchmuskeln(?) wollen nie mehr in ihrem Leben etwas von sit-ups hören und die schreienden, pfeifenden Anweisungen von Horst, unserem Schwimmtrainer, klingen nachhaltig in meinen Ohren: ......
"Gott sei Dank, hat Intelligenz nichts mit Schwimmen zu tun, sonst wärt ihr auf der letzten Bahn und ich hätte eine Lebensaufgabe." "Man Tin.. du hast 'nen süßen Arsch, aber strecke ihn doch nicht so raus, der gehört unter Wasser. Was du zuhause machst ist mir egal." "Klaus, schwimmen und nicht boxen - hoher Ellenbogen, verdammt. Das Wasser kann doch nichts dafür, dass du vom Schwimmen nichts verstehst." "Triathleten, was soll ich mit euch machen? Hören könnt ihr nicht, vom Schwimmen versteht ihr nichts und jetzt guckt ihr auch noch wie ..... . Bis zum Pfiff - Dauermethodig- 3er Armzug ist Pflicht, keiner lässt den anderen freiwillig vorbei. Macht ihr im Wettkampf doch auch nicht oder? Rain..., was ist? Du guckst mich an, als verstehst du mich nicht? Du bist schon so'n Superathlet. Auf Pfiff wird gestartet und bis zum Pfiff wird geschwommen, keiner macht eher Schluss. Abstoßen und gleiten, 3er Armzug und bei der Wende nicht stehen bleiben, sonst hat das Training keinen Sinn - Verstanden Triathleten, ist das in eurem Kurzzeitgedächnis stecken geblieben? Oder für dich noch einmal Rain..?" "Da seit ihr 50, 60, 70 und wollt von mir das Schwimmen lernen. Ich kann auch keine Wunder vollbringen. Bin doch kein Heiland, ihr Alterstriathleten." "Verdammt, wie oft muss ich euch das noch erklären - anstatt mir zuzuhören, quaselt ihr lieber. Hier stehe ich und bin schon heiser - lasst die Füße beim Beinschlag unter Wasser, Fersen leicht raus und dann mit Abdruck, den Beinschlag aus der Hüfte, nach unten. Mit Wasserklatschen hat Schwimmen nichts zu tun. Man ihr bewegt euch durchs Wasser, wie 'ne alte Dampflok. Warum tue ich mir sowas wie euch überhaupt an?"
.....
Die S-Bahn rollt endlich. Ich höre Adele über die Kopfhörer > Set fire to the rain< singen, schließe die Augen und denke über das was war und das was noch kommen wird nach.
>Vor zwei Stunden, ich komme gerade vom Athletiktraining, stehe im Gang zwischen Gymnastikraum, Duschen und Schwimmbereich. "He Klaus, wie geht's dir? Was macht dein Knie? Hab' gesehen, dass du bei Claudia warst." (Claudia ist Athletiktrainerin und Reinhold Vorstandsvorsitzender vom Tri Club) "Hey Reinhold, alles gut. Einen kleinen Druckschmerz spüre ich noch und die Haut, im Bereich der Nähte, spannt sich. Aber es sind ja noch nicht mal zwei Wochen seit der OP vergangen und alles geht auch noch nicht. Aber samstags bin ich schon wieder mit Dieter und den anderen auf dem Bike unterwegs." (Dieter kennt ihr - Bericht Düsseldorf und Hagen - unser Radtrainer und samstags steht im Winter Kraftausdauertraining mit dem Bike auf dem Plan) "Du bist ein Tier, Klaus. Ich konnte am Samstag nicht, hatte Leistungsdiagnose." Mittlerweile stehen wir zu viert im Gang, drei Langstreckentriathleten und ein Mittelstreckenathlet. "Reinhold, sag mal stimmt das? Ich habe gehört, dass du dich für Lanzarote gemeldet hast!?" "Ja, Axel und ich sind dabei. Haben einen Startplatz bekommen." "Wow, Lanzarote, Respekt, Reinhold. Der gilt doch als Europas härtester IronMan oder?" " Ja, das sagt man so. Es ist schon hart das Schwimmen im Atlantik, mit den Wellen. Und beim Radfahren sind es nicht einmal die 2.500 Höhenmeter, eher der ständige Gegenwind der dich zermürbt und das Laufen bei der Hitze." "Wann gehts los?" "Im Mai." Was hast du dir für eine Zielzeit vorgenommen?" "Egal, alles unter 15 Stunden. Aber die Zeit spielt für mich keine Rolle. Das ich mir das in meinem Alter (60+Jahre) überhaupt noch antue. Aber der Sport hält uns fit und jung, nicht wahr Klaus? Da haben wir uns doch noch ganz gut gehalten, oder? Du darfst ein's nicht vergessen, wir alle hier trainieren und kämpfen doch auf sehr hohem Niveau, Klaus." - Nein, die Zeit ist keinem Wettkampfsportler egal. Die Zeit, die Finishline, spielt irgendwann, irgendwo, zu irgendeiner Zeit, bei irgendeinem Gespräch, immer eine Rolle unter Wettkampfsportlern.<
And the games you'd play - you would always win, always win - But I set fire to the rain - und trotz Musik, klingt Reinholds Stimme, seine Worte in meinen Ohren. Nachhaltig erzeugen seine Worte, "wir trainieren und kämpfen auf hohem Niveau", in mir eine Wärme, ein Gefühl der Zufriedenheit und ein glückliches Lächeln auf meinem Gesicht.
Ich gehöre dazu, Wahnsinn.
Wie viele Freunde, Bekannte oder selbst Sportlerkollegen kenne ich, die jemals eine Triathlon-Langdistanz bewältigt haben? Sich dieses überhaupt zutrauen würden? 24 bis 30 Stunden pro Woche für das Training zu opfern? Wer aus meinem Bekanntenkreis schwimmt 3,80 Kilometer, im Wettkampf, ohne Unterbrechung, ohne zwischendurch auf der Liegewiese in der Sonne zu braten? Wer aus meinem näheren Umfeld, fährt 180 Kilometer Rad an einem Stück? Stopp, nicht an einem Tag, sondern in annähernd 5 Stunden? Wer läuft schon einen Marathon, 42,195 Kilometer? Und das alles hintereinander - 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer radfahren und 42,195 Kilometer laufen, ohne Zeitunterbrechung. Wer aus meinem näheren Umfeld tut sich das an?
Reinhold hat recht, wir trainieren und kämpfen auf hohem sportlichen Niveau. Wir trainieren hart bis an unsere Leistungsgrenzen, um unsere Leistungsportfolio zu erweitern, um es beim Pfiff abrufen zu können. Zusätzlich zu unserer Arbeit, unseren Familien, Freundeskreisen und dem ganz normalen täglichen Wahnsinn, trainieren und kämpfen wir jeden Tag, um die letzte Sekunde. Das ist für mich höchstes sportliches Niveau.
Morgen um 6:30 Uhr beginnt mein freitags Trainingsalttag in der Schwimmoper. Da bekomme ich vom deutschen Kadertrainer - Horst Danzeglocke (siehe oben) - Schwimmeinzeltraining. An vielen Wochentagen hört mein Trainingsalttag erst abends um 21:30 Uhr auf, dann falle ich wie Tot ins Bett. Und wenn wieder einmal eine Woche um ist, stehen 4-5 Schwimmeinheiten, 3-4 Laufeinheiten, 4-5 Radeinheiten und 1-2 Athletikeinheiten auf meiner Trainingstabelle. Alles und jeder Kilometer wird festgehalten, um später analysiert zu werden. Schwimmeinheiten von 1 km (=reine Technikübungen) bis 5 km Länge, welche aus einer Kombination von Technik und Dauermethodik bestehen. Lauftrainingseinheiten von 7 km bis 30 km, bestehend aus reinen Tempotraining mit vorgezogenem Lauf-ABC oder Langlaufeinheiten in verschiedenen GA bzw KA (Bergläufe) Bereichen. Das Radfahren, egal ob auf dem Bike, Rennrad oder Zeitfahrrad, ist meine Lieblingsdisziplin,auf dem Plan stehen Einheiten zwischen 30 bis 250 Kilometer und zwischen 100 und 3.500 Höhenmetern. Das Training ist zielführend zu den Wettkämpfen und ist für mich Spaß auf höchstem Niveau, sonst würde ich die Disziplin, welche ich jeden Tag für das Training benötige, nicht aufbringen können.
Aber auf ALLERHÖCHSTEM NIVEAU befindet sich die Geduld meiner Ehe- und Lebenspartnerin Eva und das meiner Tochter Maren und überhaupt meiner Familie und das meiner Freunde. Entbehrungen, nicht Anwesenheit und abends tot ins Bett fallen - dem Mann seinen Traum gönnen - welche Frau macht das über Jahre mit? Ohne mein vertrautes Umfeld könnte ich diesen Extremsport nicht ausüben. Hätte ich in den 90er Jahren, als Hobbyfahrer, nicht auf Platz 61 (von 1439) der Euro-Bike-Extremes Serie gestanden. Und stände heute nicht bei der Deutschen Meisterschaft der Langstreckentriathleten auf Platz 4 der AK 50.
Innerhalb von 3 Jahren (4. Saison), bin ich bereits dort angekommen, wo viele noch hinwollen und wiederum werden viele nie dort ankommen.
Gelistet in Europas härtester Mountainbikeserie, ein IronMan und 4ter der DM/AK 50 Langdistanztriatlon.
Zwei Studien, ein technisches und ein kaufmännisches Studium, mit der Note 1 und ein Zertifikatslehrgang mit 2+ abgeschlossen, runden das sportliche Geschehen ab. Mein Bestreben war in der Vergangenheit und ist in der Zukunft, Leistungen auf hohem Niveau zu bringen - für seine Träume hart zu kämpfen und seinen Traum niemals aufzugeben.
LIEBE EVA - DANKE - deine Liebe steht auf dem Gipfel "Niveau" - dafür einen dicken Kuss.
Plötzlich und unverhofft werde ich aus meiner Gedankenwelt gerissen ....
Nächste Haltestelle Schwelm-West, der Ausstieg befindet sich in Fahrtrichtung links - Mit einem lauten Zischgeräusch öffnen sich die Türen -
...... ich atme die frische Luft ein und fühle mich hundemüde, aber glücklich.
Auf dem Fußweg nach Hause fallen mir Monika und Rainer ein. Auch Monika lässt ihren Rainer den Sport ausleben und Rainer kämpft und trainiert jede freie Minute. Ob Callenge oder 200er, Rainer ist überall zu finden. Und trotzdem findet er die Zeit, uns mit neuen, RSC-RTF-Strecken zu überraschen und diese mit uns abzufahren. Rainer, Horst, Gerd sind für mich Rennradfahrer auf hohem Niveau, die so manchen jungen und jüngeren Sportler in Grund und Boden fahren. Monika hat als Vorstandsvorsitzende den Verein über die Stadtgrenzen hinaus, bei den Radsportlern bekannt und beliebt gemacht. Sie setzt sich für den Verein und seine Mitglieder ein. Vor dem Wettkampf wünscht sie "einem" viel Erfolg und nach dem Wettkampf ist sie die Erste, welche am Telefon "wie war es" fragt. Das Interesse von Monika für den Verein und an seine Mitglieder hat absolut hohes Niveau. Hier fühlt man sich wohl, hier ist Sport von der schönsten Seite.
Ich bin zuhause, schließe die Haustür auf, Jacke aus, schnell die Schwimmsachen im Keller auf die Leine gehangen, anschließend aus dem Kühlschrank einen Joghurt geholt, ..... falle müde ins Bett, meine letzten Gedanken sind bei dem Bericht - den ich mir fest vornehme zu schreiben - Gute Nacht.
But I SET FIRE TO THE RAIN
Let it burn
Let it burn
K.J
(als ich den "Bericht" meiner Familie und Freunden zum Vorab-Lesen gegeben habe, gab es nach einigen redaktionellen Änderungen folgendes Meinungsbild: "Super" "Ein typischer Klaus - gut zu lesen, aber .... [jetzt bloß kein schlechter Gedanke]." "´Du Angeber, aber das bist du." "So kennen wir dich, aber ..." - und was sagt der Verfasser: "Ja, ich habe lange überlegt diesen Beitrag zu veröffentlichen. Aber warum soll ich das nicht schreiben. So war und ist es doch gewesen.")
"Auf hohem Niveau" - Gedanken nach einem ganz normalen Trainingsalttag
"Schwäärre Kost"- bevor Ihr den Bericht anfangt zu lesen, möchte ich euch etwas dazu sagen: Es gibt immer wieder einmal Momente im Sportlerleben, in denen gar nichts geht. Frust kommt auf, "das ganze bringt nichts", alles umsonst, komme nicht weiter etc.. Die Gedanken kreisen wie ein Strudel und der Sog zieht "einen" immer tiefer runter. Dann gibt es Momente, in denen ist man der King. Nichts kann "einen" erschüttern und alles ist gut. Wie sagte schon Peter Pan: "Ein glücklicher Gedanke und du kannst fliegen." So einen Gedanken hatte ich, als ich von dem Training nach Hause fuhr. Ich konnte schwimmen, ehhh fliegen,neee auch nicht, ach was, lest selbst:
Mittlerweile ist es 21:00 Uhr, ich sitze in der S-Bahn und fahre vom Training nach Hause. Müde, abgespannt, kann meine Arme kaum schmerzfrei bewegen, die Augen brennen, die Bauchmuskeln(?) wollen nie mehr in ihrem Leben etwas von sit-ups hören und die schreienden, pfeifenden Anweisungen von Horst, unserem Schwimmtrainer, klingen nachhaltig in meinen Ohren: ......
"Gott sei Dank, hat Intelligenz nichts mit Schwimmen zu tun, sonst wärt ihr auf der letzten Bahn und ich hätte eine Lebensaufgabe." "Man Tin.. du hast 'nen süßen Arsch, aber strecke ihn doch nicht so raus, der gehört unter Wasser. Was du zuhause machst ist mir egal." "Klaus, schwimmen und nicht boxen - hoher Ellenbogen, verdammt. Das Wasser kann doch nichts dafür, dass du vom Schwimmen nichts verstehst." "Triathleten, was soll ich mit euch machen? Hören könnt ihr nicht, vom Schwimmen versteht ihr nichts und jetzt guckt ihr auch noch wie ..... . Bis zum Pfiff - Dauermethodig- 3er Armzug ist Pflicht, keiner lässt den anderen freiwillig vorbei. Macht ihr im Wettkampf doch auch nicht oder? Rain..., was ist? Du guckst mich an, als verstehst du mich nicht? Du bist schon so'n Superathlet. Auf Pfiff wird gestartet und bis zum Pfiff wird geschwommen, keiner macht eher Schluss. Abstoßen und gleiten, 3er Armzug und bei der Wende nicht stehen bleiben, sonst hat das Training keinen Sinn - Verstanden Triathleten, ist das in eurem Kurzzeitgedächnis stecken geblieben? Oder für dich noch einmal Rain..?" "Da seit ihr 50, 60, 70 und wollt von mir das Schwimmen lernen. Ich kann auch keine Wunder vollbringen. Bin doch kein Heiland, ihr Alterstriathleten." "Verdammt, wie oft muss ich euch das noch erklären - anstatt mir zuzuhören, quaselt ihr lieber. Hier stehe ich und bin schon heiser - lasst die Füße beim Beinschlag unter Wasser, Fersen leicht raus und dann mit Abdruck, den Beinschlag aus der Hüfte, nach unten. Mit Wasserklatschen hat Schwimmen nichts zu tun. Man ihr bewegt euch durchs Wasser, wie 'ne alte Dampflok. Warum tue ich mir sowas wie euch überhaupt an?"
.....
Die S-Bahn rollt endlich. Ich höre Adele über die Kopfhörer > Set fire to the rain< singen, schließe die Augen und denke über das was war und das was noch kommen wird nach.
>Vor zwei Stunden, ich komme gerade vom Athletiktraining, stehe im Gang zwischen Gymnastikraum, Duschen und Schwimmbereich. "He Klaus, wie geht's dir? Was macht dein Knie? Hab' gesehen, dass du bei Claudia warst." (Claudia ist Athletiktrainerin und Reinhold Vorstandsvorsitzender vom Tri Club) "Hey Reinhold, alles gut. Einen kleinen Druckschmerz spüre ich noch und die Haut, im Bereich der Nähte, spannt sich. Aber es sind ja noch nicht mal zwei Wochen seit der OP vergangen und alles geht auch noch nicht. Aber samstags bin ich schon wieder mit Dieter und den anderen auf dem Bike unterwegs." (Dieter kennt ihr - Bericht Düsseldorf und Hagen - unser Radtrainer und samstags steht im Winter Kraftausdauertraining mit dem Bike auf dem Plan) "Du bist ein Tier, Klaus. Ich konnte am Samstag nicht, hatte Leistungsdiagnose." Mittlerweile stehen wir zu viert im Gang, drei Langstreckentriathleten und ein Mittelstreckenathlet. "Reinhold, sag mal stimmt das? Ich habe gehört, dass du dich für Lanzarote gemeldet hast!?" "Ja, Axel und ich sind dabei. Haben einen Startplatz bekommen." "Wow, Lanzarote, Respekt, Reinhold. Der gilt doch als Europas härtester IronMan oder?" " Ja, das sagt man so. Es ist schon hart das Schwimmen im Atlantik, mit den Wellen. Und beim Radfahren sind es nicht einmal die 2.500 Höhenmeter, eher der ständige Gegenwind der dich zermürbt und das Laufen bei der Hitze." "Wann gehts los?" "Im Mai." Was hast du dir für eine Zielzeit vorgenommen?" "Egal, alles unter 15 Stunden. Aber die Zeit spielt für mich keine Rolle. Das ich mir das in meinem Alter (60+Jahre) überhaupt noch antue. Aber der Sport hält uns fit und jung, nicht wahr Klaus? Da haben wir uns doch noch ganz gut gehalten, oder? Du darfst ein's nicht vergessen, wir alle hier trainieren und kämpfen doch auf sehr hohem Niveau, Klaus." - Nein, die Zeit ist keinem Wettkampfsportler egal. Die Zeit, die Finishline, spielt irgendwann, irgendwo, zu irgendeiner Zeit, bei irgendeinem Gespräch, immer eine Rolle unter Wettkampfsportlern.<
And the games you'd play - you would always win, always win - But I set fire to the rain - und trotz Musik, klingt Reinholds Stimme, seine Worte in meinen Ohren. Nachhaltig erzeugen seine Worte, "wir trainieren und kämpfen auf hohem Niveau", in mir eine Wärme, ein Gefühl der Zufriedenheit und ein glückliches Lächeln auf meinem Gesicht.
Ich gehöre dazu, Wahnsinn.
Wie viele Freunde, Bekannte oder selbst Sportlerkollegen kenne ich, die jemals eine Triathlon-Langdistanz bewältigt haben? Sich dieses überhaupt zutrauen würden? 24 bis 30 Stunden pro Woche für das Training zu opfern? Wer aus meinem Bekanntenkreis schwimmt 3,80 Kilometer, im Wettkampf, ohne Unterbrechung, ohne zwischendurch auf der Liegewiese in der Sonne zu braten? Wer aus meinem näheren Umfeld, fährt 180 Kilometer Rad an einem Stück? Stopp, nicht an einem Tag, sondern in annähernd 5 Stunden? Wer läuft schon einen Marathon, 42,195 Kilometer? Und das alles hintereinander - 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer radfahren und 42,195 Kilometer laufen, ohne Zeitunterbrechung. Wer aus meinem näheren Umfeld tut sich das an?
Reinhold hat recht, wir trainieren und kämpfen auf hohem sportlichen Niveau. Wir trainieren hart bis an unsere Leistungsgrenzen, um unsere Leistungsportfolio zu erweitern, um es beim Pfiff abrufen zu können. Zusätzlich zu unserer Arbeit, unseren Familien, Freundeskreisen und dem ganz normalen täglichen Wahnsinn, trainieren und kämpfen wir jeden Tag, um die letzte Sekunde. Das ist für mich höchstes sportliches Niveau.
Morgen um 6:30 Uhr beginnt mein freitags Trainingsalttag in der Schwimmoper. Da bekomme ich vom deutschen Kadertrainer - Horst Danzeglocke (siehe oben) - Schwimmeinzeltraining. An vielen Wochentagen hört mein Trainingsalttag erst abends um 21:30 Uhr auf, dann falle ich wie Tot ins Bett. Und wenn wieder einmal eine Woche um ist, stehen 4-5 Schwimmeinheiten, 3-4 Laufeinheiten, 4-5 Radeinheiten und 1-2 Athletikeinheiten auf meiner Trainingstabelle. Alles und jeder Kilometer wird festgehalten, um später analysiert zu werden. Schwimmeinheiten von 1 km (=reine Technikübungen) bis 5 km Länge, welche aus einer Kombination von Technik und Dauermethodik bestehen. Lauftrainingseinheiten von 7 km bis 30 km, bestehend aus reinen Tempotraining mit vorgezogenem Lauf-ABC oder Langlaufeinheiten in verschiedenen GA bzw KA (Bergläufe) Bereichen. Das Radfahren, egal ob auf dem Bike, Rennrad oder Zeitfahrrad, ist meine Lieblingsdisziplin,auf dem Plan stehen Einheiten zwischen 30 bis 250 Kilometer und zwischen 100 und 3.500 Höhenmetern. Das Training ist zielführend zu den Wettkämpfen und ist für mich Spaß auf höchstem Niveau, sonst würde ich die Disziplin, welche ich jeden Tag für das Training benötige, nicht aufbringen können.
Aber auf ALLERHÖCHSTEM NIVEAU befindet sich die Geduld meiner Ehe- und Lebenspartnerin Eva und das meiner Tochter Maren und überhaupt meiner Familie und das meiner Freunde. Entbehrungen, nicht Anwesenheit und abends tot ins Bett fallen - dem Mann seinen Traum gönnen - welche Frau macht das über Jahre mit? Ohne mein vertrautes Umfeld könnte ich diesen Extremsport nicht ausüben. Hätte ich in den 90er Jahren, als Hobbyfahrer, nicht auf Platz 61 (von 1439) der Euro-Bike-Extremes Serie gestanden. Und stände heute nicht bei der Deutschen Meisterschaft der Langstreckentriathleten auf Platz 4 der AK 50.
Innerhalb von 3 Jahren (4. Saison), bin ich bereits dort angekommen, wo viele noch hinwollen und wiederum werden viele nie dort ankommen.
Gelistet in Europas härtester Mountainbikeserie, ein IronMan und 4ter der DM/AK 50 Langdistanztriatlon.
Zwei Studien, ein technisches und ein kaufmännisches Studium, mit der Note 1 und ein Zertifikatslehrgang mit 2+ abgeschlossen, runden das sportliche Geschehen ab. Mein Bestreben war in der Vergangenheit und ist in der Zukunft, Leistungen auf hohem Niveau zu bringen - für seine Träume hart zu kämpfen und seinen Traum niemals aufzugeben.
LIEBE EVA - DANKE - deine Liebe steht auf dem Gipfel "Niveau" - dafür einen dicken Kuss.
Plötzlich und unverhofft werde ich aus meiner Gedankenwelt gerissen ....
Nächste Haltestelle Schwelm-West, der Ausstieg befindet sich in Fahrtrichtung links - Mit einem lauten Zischgeräusch öffnen sich die Türen -
...... ich atme die frische Luft ein und fühle mich hundemüde, aber glücklich.
Auf dem Fußweg nach Hause fallen mir Monika und Rainer ein. Auch Monika lässt ihren Rainer den Sport ausleben und Rainer kämpft und trainiert jede freie Minute. Ob Callenge oder 200er, Rainer ist überall zu finden. Und trotzdem findet er die Zeit, uns mit neuen, RSC-RTF-Strecken zu überraschen und diese mit uns abzufahren. Rainer, Horst, Gerd sind für mich Rennradfahrer auf hohem Niveau, die so manchen jungen und jüngeren Sportler in Grund und Boden fahren. Monika hat als Vorstandsvorsitzende den Verein über die Stadtgrenzen hinaus, bei den Radsportlern bekannt und beliebt gemacht. Sie setzt sich für den Verein und seine Mitglieder ein. Vor dem Wettkampf wünscht sie "einem" viel Erfolg und nach dem Wettkampf ist sie die Erste, welche am Telefon "wie war es" fragt. Das Interesse von Monika für den Verein und an seine Mitglieder hat absolut hohes Niveau. Hier fühlt man sich wohl, hier ist Sport von der schönsten Seite.
Ich bin zuhause, schließe die Haustür auf, Jacke aus, schnell die Schwimmsachen im Keller auf die Leine gehangen, anschließend aus dem Kühlschrank einen Joghurt geholt, ..... falle müde ins Bett, meine letzten Gedanken sind bei dem Bericht - den ich mir fest vornehme zu schreiben - Gute Nacht.
But I SET FIRE TO THE RAIN
Let it burn
Let it burn
K.J
(als ich den "Bericht" meiner Familie und Freunden zum Vorab-Lesen gegeben habe, gab es nach einigen redaktionellen Änderungen folgendes Meinungsbild: "Super" "Ein typischer Klaus - gut zu lesen, aber .... [jetzt bloß kein schlechter Gedanke]." "´Du Angeber, aber das bist du." "So kennen wir dich, aber ..." - und was sagt der Verfasser: "Ja, ich habe lange überlegt diesen Beitrag zu veröffentlichen. Aber warum soll ich das nicht schreiben. So war und ist es doch gewesen.")
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